Zertifikateverleihung

RES-Zeitung

Grußwort

Prof. DR. med. Dr. h.c. mult. Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schülerinnen und Schüler, sehr gerne wäre ich heute dabei gewesen, wenn die Ergebnisse aus dem Forschungsaufenthalt in den USA präsentiert werden. Das Programm zum deutsch-amerikanischen Forschungsaustausch der Johanna-Wittum-Schule in Pforzheim habe ich in meiner Zeit als Wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg aktiv begleiten und fördern dürfen. Das habe ich immer sehr gerne getan, denn Ihr Projekt ist aus vielen Gründen für beispielhaft. Neue Ideen entstehen in Köpfen. Bahnbrechende Erfindungen entstehen in Köpfen. Wissenschaft selbst entsteht in Köpfen. Ohne junge, kreative Talente gibt es keinen Fortschritt, ohne sie könnten unsere innovationsbasierten Gesellschaften nicht überleben. Wir wissen, dass wir die talentiertesten jungen Menschen früh für die Wissenschaft begeistern müssen, wenn wir später die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bekommen möchten. Das beginnt bereits in den KiTas, in denen wir Neugier und Entdeckergeist bei Kindern wecken müssen. Und es geht weiter in den Schulen, in denen die Lust an der Entdeckung und die Faszination des Unbekannten vermitteln können. An dieser Stelle ist Ihr Projekt ein leuchtendes Beispiel. Es ist sehr wichtig, dass Wissenschaft und Wirtschaft die Lehrerinnen und Lehrer dabei unterstützen, die Begeisterung ihrer Schülerinnen und Schüler für Forschung und Entwicklung zu wecken. Denn sowohl Unternehmen als auch Forschungseinrichtungen und Hochschulen profitieren später davon. Daher freue ich mich besonders, dass sich mit Roche und dem Deutschen Krebsforschungszentrum renommierte Institutionen aus beiden Bereichen in diesem so wichtigen Projekt engagieren und den Austausch unterstützen. 2 So wie Wissenschaft in einzelnen Köpfen entsteht, so wird die Begeisterung für die Wissenschaft auch von einzelnen Köpfen vermittelt. Ich bin fest davon überzeugt, dass nicht große Programme die Neugier junger Menschen wecken, sondern spannende und belohnende eigene Erfahrungen. Hier setzt ihr Austauschprogramm an. Ich bin mir sicher, dass die fast 30 Absolventinnen und Absolventen, die in den vergangenen neun Jahren von ihm profitieren konnten, alle von ganz besonderen Erlebnissen berichten können. So ist ein wertvoller Grundstein für besondere Karrieren gelegt. Ihr Austauschprogramm vermittelt wichtige Grundlagen der Wissenschaft: die Notwendigkeit für internationalen Austausch und die Bedeutung der eigenen Leistung. Wissenschaft entsteht zwar zunächst im Kopf der Einzelnen, aber erst durch den Austausch über Fach- und Ländergrenzen hinweg, mit anderen talentierten Köpfen, können die besten Ideen zu voller Blüte gebracht werden. Das erleben Schülerinnen und Schüler in ihrem Programm bereits früher als viele andere Jugendliche. Und sie lernen, dass solche spannenden Erlebnisse, aber auch das Erfolgserlebnis der Forscherin oder des Forschers, nur dann möglich sind, wenn man viel Engagement, Anstrengung und Leidenschaft in die Sache steckt. In den zahlreichen sich hoffentlich anschließenden Wissenschaftskarrieren wird das ein entscheidender Vorteil für Sie sein. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen viel Freude und viel Erfolg. Ich hoffe, manchen von Ihnen, liebe Schülerinnen und Schüler, als Kolleginnen und Kollegen begegnen zu dürfen.

Ihr Otmar D. Wiestler