China 2014 – Gegenbesuch

Als wir, Nicole Eger, Marita Klein, Kristina Bertsch, Nicole Wirth und Nourin Kazi zusammen mit unserem Lehrer Herr Dr. Braun, begleitet von seiner Frau, am 07. September 2014 am Flughafen von Nanjing landeten, wurden wir dort bereits von unseren Gastfamilien erwartet und sehr herzlich empfangen.

1

Daraufhin wurden wir in unsere jeweiligen Gastfamilien aufgenommen, mit denen wir auch schließlich unseren ersten Tag in China verbrachten. Dabei hatten wir gleich die Chance uns näher kennen zu lernen.

Für den nächsten Tag stand der Besuch in das Nanjing Museum auf dem Programm, eines der größten Museen in ganz China. Abends feierten wir dann gemeinsam mit unseren Gastfamilien das berühmte Mid Autumn Festival (auch bekannt als Moon Festival, da es in einer Vollmondnacht stattfindet). Dieses kann man sich wie das in westlichen Regionen bekannte Erntedankfest vorstellen. Ein besonders typischer Brauch, der dieses Fest ausmacht, ist die Herstellung und das Teilen der sogenannten „moon cakes“. Diese symbolisieren Vollständigkeit und Einheit.

2

In den nächsten vier Wochen erwarteten uns sowohl ein einwöchiger Schulbesuch an der Nanjing Foreign Language School, Xianling Campus (NFLSXC)und ein Praktikum in der Zelang Medical Technology Company, eine der führenden Hersteller und Exporteure von qualitativ hochwertigen natürlichen Pflanzenextrakten. Darüber hinaus bekamen wir die einmalige Gelegenheit, einen Einblick in die Laborarbeit an der hochmodernen Nanjing University for Traditional Chinese Medicine (NUCM) zu erhalten.
An der NFLSXC besuchten wir gemeinsam mit unseren Austauschschülern, David (Xu Duo), Tiger (Wang Xiaohu), Libby (Gong Xiangyuan), Bella (Zhao Xin Yue) und Joan (Zhu Yin) verschiedene Unterrichtsfächer, wie z. B. Deutsch, Englische Literatur, Mathe und Biologie. Zusätzlich wurde speziell für uns ein Kulturprogramm entwickelt, so dass wir jeden Tag eine neue chinesische Tradition kennenlernen durften. So erhielten wir beispielsweise Einführungen in die Kampfkunst, die typische Bejing Opera, sowie einen Schnellkurs in Paper Cutting und Kalligraphie.

3

4
(Kalligrafiestunde)

Nachdem wir einen Einblick in den Alltag eines chinesischen Schülers bekamen, erhielten wir nun die Möglichkeit, die Arbeitsmethoden der Firma “Zelang Medical Technology Company Co. LTD“ kennenzulernen. Wir befanden uns hauptsächlich am Firmenstandort mit den Büroabteilungen, wo wir zunächst einmal durch die verschiedenen Abteilungen geführt wurden, wie z.B. die Finanzabteilung oder das Management. Unsere Praktikumsanleiter zeigten uns ihre täglichen Aufgaben zu denen das Anwerben neuer, ausländischer Kunden zählt. Darüber hinaus bekamen wir auch die Möglichkeit den Produktionsstandort zu besuchen, der sich auch in Nanjing befindet und konnten uns dort ein Bild vom Arbeitsablauf und den Produktionsmethoden machen.

5

Die dritte Woche durften wir an der Nanjing Universität für Traditionelle Chinesische Medizin verbringen, die auf diesem Gebiet national wie international zu den Führenden zählt. Dort erhielten wir dann die Möglichkeit in verschiedene Labore zu gehen und zu sehen, wie mit modernen analytischen Geräten gearbeitet wird. Wir bekamen sogar die Gelegenheit, selbst einige Experimente durchführen, wie z.B. einen Western-Blott mit menschlichen Leberzellen, um Proteine nachzuweisen. Zudem zeigten sie uns, wie man mit Hilfe drei verschiedener Verfahren chinesische Medizin herstellen kann. Was ebenfalls außergewöhnlich war, war das Suchen von Heilpflanzen in der Natur, wobei wir auch gleich mehr über deren Funktion lernten. Kurz gesagt war auch diese Woche sehr interessant für uns, da uns dieses Praktikum einen Einblick in die Laborarbeit an einer Universität gewährte.

6

Allerdings gab es nicht nur unter der Woche einiges zu lernen und zu bestaunen, auch unsere Wochenenden waren gefüllt mit zahlreichen Aktivitäten, durch die wir einen intensiven kulturellen Einblick erhielten und dadurch Land und Leute besser kennen lernen konnten. So besuchten wir beispielsweise den Konfuzius Tempel, das Dr. Sun Yat Sen’s Mausoleum sowie das Massaker Museum die uns auch geschichtliche Aspekte der Stadt Nanjing näher gebracht haben. Darüber hinaus unternahmen wir gemeinsam einen Ausflug in die Purple Mountains, sodass wir auch ein Stück Natur kennenlernen konnten. Durch das einfach gestaltete Metrosystem in Nanjing, war es für uns gut möglich, auch auf eigene Faust in die Stadt zu fahren, wodurch das Shopping auch nicht zu kurz kam.

In unserer letzten Woche wurde sogar ein Trip nach Shanghai von unseren Austauschschülern geplant. Dort haben wir viele verschiedene Sehenswürdigkeiten besucht, wie zum Beispiel den weltbekannten Oriental Pearl Tower (436m hoch) von dem aus man einen sehr schönen Ausblick über die Stadt hat, sowie Yu Garden und Madame Tussauds. Bei einer Bootstour auf dem Yangtze River konnten wir die nächtliche Skyline von Shanghai bewundern. Die Rückfahrt traten wir wie die Hinfahrt im berühmten Hochgeschwindigkeitszug an, der Geschwindigkeiten bis zu 300km/h und mehr erreicht.

7
(Chinesischer Tempel)

8
(Shanghai)

Mit unserem 12-stündigen Rückflug am 05.10.2014 gingen für uns vier unglaublich ereignisreiche und unvergessliche Wochen in China zu Ende. Für diese großartige und unbezahlbare Chance möchten wir uns an dieser Stelle daher nochmal ganz herzlich bei allen Beteiligten bedanken, die uns dieses Abenteuer ermöglicht haben. Ein ganz besonderes Dankeschön geht an Herrn Dr. Jürgen Braun, Leiter der Biotech-Ag an der Johanna-Wittum-Schule Pforzheim, eine Arbeitsgemeinschaft zur Förderung besonders begabter Schüler, und Hauptorganisator in diesem deutsch-chinesischen Schüleraustausch. Für die finanzielle Unterstützung möchten wir uns auch ganz herzlich beim Rotary Club Pforzheim bedanken, ohne den es für uns nicht möglich gewesen wäre, diese Chance wahrzunehmen. Und nicht zu vergessen, das Engagement der Gastfamilien auf beiden Seiten, welches auch dieses Jahr wieder maßgeblich zum Gelingen der gegenseitigen Aufenthalte beigetragen hat.